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19.07.2026 – Wie werden Flamingos beringt?

Freitag, der 17. Juli, war ein besonderer Tag, auf den sich viele Flamingofreunde gefreut hatten – ganz besonders Erik Ottema von Otgophoto. Nach einer erfolgreichen Brutsaison fand im Zwillbrocker Venn eine nicht öffentliche Beringungsaktion statt, bei der 16 Flamingoküken beringt wurden.

Die Beringung wurde von der Biologischen Station Zwillbrock organisiert und von einem Team aus Ornithologen, Biologen und ehrenamtlichen Helfern durchgeführt. Jedes Küken erhielt einen einzigartigen Kunststoffring mit einer individuellen Kennnummer. Dadurch können die Flamingos über viele Jahre hinweg einzeln beobachtet werden. Aufenthaltsorte, Verhalten, Bruterfolg, Wanderungen und soziale Beziehungen liefern wertvolle Informationen für Forschung und Naturschutz.

Für Erik Ottema war dies erneut ein besonderer Moment. Seit vielen Jahren dokumentiert er die beringten Flamingos. Fast täglich liest und notiert er Ringnummern – nicht nur im Zwillbrocker Venn, sondern auch an anderen Orten, an denen sich die Flamingos aufhalten. Durch sein langjähriges Engagement ist eine einzigartige Datenbank entstanden, die wertvolle Einblicke in das Leben dieser außergewöhnlichen Vögel ermöglicht.

Die Küken befinden sich derzeit noch im sogenannten „Flamingo-Kindergarten“. Dort bilden sie eine große Gruppe, in der Sicherheit an erster Stelle steht. Gemeinsam ruhen sie sich aus, putzen ihr Gefieder, suchen nach Nahrung und lernen voneinander. Häufig werden sie von einem oder mehreren erwachsenen Flamingos bewacht. Dabei handelt es sich nicht immer um die eigenen Eltern – auch andere erwachsene Tiere beteiligen sich an der Betreuung der Jungvögel.

Zusätzlich erhalten die Küken noch Flamingomilch, eine äußerst nährstoffreiche Kropfmilch, die von beiden Eltern produziert wird. Sie ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung. Die beringten Küken sind derzeit zwischen zwei und acht Wochen alt.

Dank der individuellen Ringnummern kann Erik Ottema künftig noch genauer beobachten, mit welchen Flamingos die Jungvögel unterwegs sind. Auch die Zuordnung der Eltern zu ihren Küken wird dadurch erleichtert. Während des Winteraufenthalts wird die Forschung fortgesetzt. Gemeinsam mit Rita Swiersta und vielen weiteren Beobachtern wächst das Wissen über diese besondere Flamingopopulation jedes Jahr weiter.

Diese Forschung ist nicht nur für die Flamingos selbst von großer Bedeutung, sondern liefert auch wertvolle Erkenntnisse über den Zustand des gesamten Ökosystems. Jede abgelesene Ringnummer und jede Beobachtung trägt dazu bei, diese außergewöhnlichen Vögel besser zu verstehen und ihre Population langfristig zu schützen. Gerade weil es noch immer viele Missverständnisse über die Flamingos im Zwillbrocker Venn gibt, sind langfristige Forschung und sorgfältige Dokumentation besonders wichtig.

Um dieses wertvolle Forschungsprojekt auch künftig fortführen zu können, sucht Erik Ottema die Zusammenarbeit mit Organisationen, Forschern und weiteren Interessierten. Auch finanzielle Unterstützung ist herzlich willkommen. Sie trägt dazu bei, die langfristige Beobachtung dieser einzigartigen Flamingopopulation auch in Zukunft sicherzustellen.

Zwillbrocker Venn 2026